hi marco, hi schleheler,
als wir den bericht über
den ausschluss eines schwulen, aus den boyscouts, gelesen haben, waren
wir sehr geschockt: Erster gedanke war: "diese arschlöcher". wäre
so etwas bei uns in der dpsg passiert wären wir ausgetreten, soviel
steht fest.
für uns sind die werte
der pfadfinder genau dann gefährdet, wenn so etwas geschieht. erstens
homo oder heterosexualität ist kein kriterium, nachdem eine persönlichkeit
beurteilt werden sollte und erst recht nicht die sexuellen praktiken (verg.
abschnitt 5).
Mal ne andere frage: was
hat eigentlich die sexualität, oder die sexuellen praktiken (wobei
die bei heteros ja nicht immer anders sind als bei schwulen, und überhaupt:
scheiss ausdruck!) mit unseren werten zu tun? für uns ist eigentlich
der typische pfadi wert: TOLERANZ! der bei den tollen boyscouts durch diskriminierung
ausgetauscht wurde. wir wussten ja schon lange das die amies ziemlich beschränkt
sind, aber dass auch die amerikanischen pfadfinder so scheisse drauf sind
wussten wir nicht. dies zeigt sich auch in den amerikanischen schwerpunkten,
wie prinzipientreue, sauberkeit, reinheit, gottes gläubigkeit. Wir
sagen nur: WAS FÜR EIN SCHEISS GELABER ! wir sind atheistINNEN (emanzen!),
unser zelt ist immer ziemlich versieft und mit der heiligen jungfrau würden
wir uns auch nicht vergleichen, und wir finden, dass wir trotz all diesen
schandtaten, prima pfadfinderINNEN sind!!
ausserdem finden wir auch
noch, dass ein gericht nicht über die werte, bzw die beeinflusung
von werten der pfadfinder, "richten" kann.
Und nun, wenn wir schon mal
dabei sind uns über intolerante menschen (das tuen wir übrigen
öfters) aufzuregen, noch was:
diese allgemeine einstellung
kotzt uns so dermassen an, wir lieben doch einen menschen und nicht ein
geschlecht .wir finden es super, dass es die schlehe gibt.und das sie ihre
mitmenschen zum nachdenken (und i-mehls schreiben) anregt. an dieser geschichte
sieht man leider, das Pfadfinder nicht gleich pfadfinder ist, schade! wir
finden es schrecklich, dass homosexualität, in unserer gesellschaft
überhaupt derart zur diskussion steht und nicht als etwas natürliches
(was es ja ist), und selbstverständliches betrachtet wird, komische
welt, vielleicht klappt es ja im nächsten jahrtausend!
uns regt es immer tierisch
auf, wenn dumme leute (auch in unserem alter) Wirze über Homosexuelle
machen ,obwohl oder weil sie keine Ahnung haben ,niemand wirklich kennen
der/die homo ist.Und immer dieser blöde Spruch: "ich hab ja kein Problem
mit Schwulen solange sie mich nicht anmachen!" Wir machen ja auch nicht
jeden Typ an!!! So eine Psydotoleranz. Überhaupt wird ja in den ganzen
Medien / Werbung suggeriert, dass es nur Heteropartnerschaften gibt.Mit
der Kirche wollen wir ja mal gar nicht anfangen .Wir denken aber auch ,dass
wir uns durch unsere schwulen/lesbischen Freunde/innen schon intensiver
mit alldem auseinandersetzen als wir es sonst tun würden.So werden
wir oft richtig agrssiv wenn uns dummes Gelaber anhören müssen.Und
fangen heftige Diskussionen an...
wir wünschen euch alles
gute für eure weitere arbeit und hoffen das ihr nur positive zuschriften
bekommt.
gut pfad ursel und susan
Hallo
Ich habe heute die Pfaz
erhalten und den Bericht gelesen, und ich finde es unverschämt. Wieso
soll ein Schwuler keine Gruppenstunden führen? Ich dachte immer man
geht davon aus wie der Mensch sich in die Grupenstunde einbringt und wie
er sie hält. Bekommen wir nicht gesagt das wir mit Behinderten arbeiten
solle, und für Außländer offen sein sollen? Deswegen verstehe
ich nicht, wieso er keine Gruppenstunden halten darf. Nur weil er Schwul
ist, ich denke es kommt darauf an wie er die Arbeit ausführt, und
was er in seiner privaten Zeit macht, sollte uns doch egal sein. Denn er
ist ja auch nur ein Mensch.
Außerdem, waren die
Leute doch zu frieden mit ihm bevor sie wußten das er schwul ist.
Und das sie danach einen Menschen beurteilen ob er schwul ist oder nicht,
das finde ich arm.
Ciao
Miriam
Hallo!
Ich habe in unserer Berliner
Diözesanzeitung "Die Luke" den Artikel über den schwulen Scoutmaster
gelesen, der nach seinem Coming Out erst von seiner Leiterrunde diskriminiert
wurde und gegen den dann auch noch ein Urteil gesprochen wurde, dass die
Entscheidung rechtsmäßig wäre. Ich finde das kann es ja
wohl nicht sein! Wenn noch nicht mal in unseren Kreisen (sprich Pfadfinder
weltweit) jeder das leben darf, was er fühlt, dann weiß ich
nicht wo man es sonst sollte. Gerade dieses Gefühl überall auf
der Welt auf Freunde zu treffen, vor denen man seine Gefühle nicht
verstecken braucht, macht das Gefühl Pfadfinder zu sein doch erst
aus. In unserer Diözese habe ich so etwas Gott sei Dank bisher nicht
erlebt. Im Gegenteil hier stößt man eigentlich meistens auf
verständnisvolle Leute. Ich wünsche Diesem Pfadfinder, dass er
den Mut nicht verliert! Es gibt zum Glück schon genug Menschen auf
dieser Welt, die die Menschen nicht nach ihrer Gesinnung trennen oder sie
gar aus Gemeinschaften ausschließen, in denen sie "vorher" noch voll
akzeptiert waren.
Mit einem Weihnachtlichen
"Gut Pfad"
Katrin
Hallo!!!
Ich bin Mitglied eines Stammes
der DPSG und war entsezt als ich den Artikel in der ratzfatz gelesen habe....
Was hat das denn mit der
ursprünglichen Idee von Pfadfinderei zu tun? Ich habe mir dann mal
die Homepage von BSA angeschaut. Da steht ja auch, daß Mitglieder
aus jeder sozialen Schicht, aus jeder Religion etc. bei den BSA sind. Nur
Schwule nicht???
Ich kann das nicht verstehen
und glaube nicht, daß BP das gut gefunden hätte.
Leider gibt es auf dieser
HP kein Forum oder ähnliches. SO konnte ich dort nicht meine Meinung
Kund tun. Müßten wir denen nicht irgendwie mal mitteilen, was
wir davon halten???
Sehr liberal , weltoffen
und tolerant!!(hahahahaha)
Was machen wir ?
Viele Grüße
Ellen
Meiner Meinung nach sollte
Toleranz einer der wichtigsten "Erziehungsziele" der Pfadfinder sein, und
deshalb finde ich es eigentlich nur begrüßenswert, wenn die
Kinder durch die Zusammenarbeit mit homosexuellen Leitern schon früh
hautnah erfahren können, dass es verschiedene Lebensformen gibt. Zudem
sagt
die sexuelle Gesinnung ja
wohl nichts über die Kompetenz als Leiter aus.
Hallo ihr,
ich habe die Artikelfortsetzung
über "James Dale" gelesen und möchte dazu Stellung nehmen:
Der ganze Vorfall zeigt
mal wieder wie es in Amerika um die Rechte der Menschen bestellt ist. Nach
außen hin sind die Amis die Verteidger von Freiheit und Gerechtigkeit.
Doch guckt man einmal hinter die Kulissen, wird einem schlecht. So viel
Engstirnigkeit und Borniertheit gibt es wohl sonst nirgendwo auf der Welt.
Auf der einen Seite wird für Toleranz geworben und "alle Menschen
sind gleich", und auf der anderen Seite wird gesagt "nur weil du als Mann
mit Männern mehr anfangen kannst als mit Frauen, komm uns bloß
nicht zu nahe. Du gefährdest unsere "Sauberkeit"". Was passiert denn
als nächstes? Dürfen Behinderte nicht mehr mitmachen? Oder Aidskranke?
Oder wie wäre es mit Schwarzen?
Was hat denn Schwulsein
mit Prinzipientreue, Charakterbildung und "Sauberkeit" zu tun?
Meiner Meinung nach gar
nichts!
Ob sich jemand als Leiter
eignet hängt doch viel mehr davon ab, ob er / sie fähig ist,
Verantwortung zu übernehmen und all die anderen "Tugenden" der DPSG
erfüllt. Als erstes muss die Leiterrunde ihn / sie akzeptieren. Wahrscheinlich
gibt es auch hier zu Lande noch genug Leute, die nicht damit klar kommen.
Dabei ist das doch nun wirklich nicht so schwer. Ich denke, in den Kinderstufen
ist das Leiten kein Problem. Beiden Pfadis und Rovern ist es vielleicht
etwas anders. Die Jugendlichen sind selbst gerade in den Alter auf der
Suche nach ihren Werten und ihrer Identität. Deshalb ist die Akzeptanz
des Leiters / der Leiterin vielleicht ein nicht ganz einfacher Prozess.
Doch es kann für die Jugendlichen auch eine Chance sein, an der sie
Toleranz "üben" können. Wenn sich ein jugendliches Gruppenmitglied
outet, kommt es sehr stark auf das Verhalten der Leiter an. Wenn diese
daraus kein Problem machen, ist es für den Rest der Gruppe auch einfacher
mit dier neuen Situation klar zu kommen. Vielleicht sollte man dieses Thema
auch generell ansprechen. Denn es ist wohl besser erst gar keine Vorurteile
aufkommen zu lassen oder sie in den Anfängen auszuräumen als
später dagegen ankämpfen zu müssen. Niemand muss Schwul-
bzw. Lesbischsein gut oder toll finden. Aber man kann doch akzetieren,
dass nicht jeder die gleichen Vorlieben hat wie man selbst.
Ich persönliche habe
zumindest mit der ganzen Sache kiene Probleme und finde, andere sollten
daraus keine machen!
Bis dann Sandra.
Pfadfinder und Leiter werden aus den Boy Scouts ausgeschlossen, lediglich weil sie sich als schwul outen oder angeblich schwul sind oder Kinder von Homosexuellen sind oder sich mit schwulen Pfadfindern solidarisieren.Pfadfinder dürfen viele öffentliche Einrichtungen nicht mehr nutzen, weil die Vorgaben ihrer Bundesleitung den örtlichen Anti-Diskriminierungs-Richtlinien widersprechen. Viele Personen des öffentlichen Lebens wenden sich von den Pfadfindern ab und wollen sich nicht mehr mit deren Idealen identifizieren. Im Namen des Pfadfindertums und unter Androhung des Ausschlusses wird zur Diskriminierung einer Minderheit aufgefordert.
Gerade für uns Pfadfinder
sollte es doch ein großes Ziel sein, die Verschiedenartigkeit der
Menschen zu erfahren und zu akzeptieren. Statt
dessen wird den Boy Scouts
beigebracht, sich von anderen abzugrenzen, eine Minderheit pauschal als
moralisch minderwertig anzusehen. Rechtlich ist es den BSA also erlaubt,
Schwule generell auszuschließen, weil sie angeblich den hohen moralischen
Werten nicht genügen. Ist das ein Freibrief, Minderheiten aus der
großen und vielfältigen pfadfinderischen Gemeinschaft zu verbannen?
Werden als nächstes vielleicht Farbige oder Behinderte ausgeschlossen,
weil sie kein gutes Vorbild für die weißen, gesunden Jungs abgeben?
Das mag etwas überzogen
klingen. Doch ich mache mir bei der aktuellen Entwicklung wirklich Sorgen.
Um die Jugendlichen, denen das Pfadfindersein verweigert wird, um die Jugendlichen,
denen diskriminierendes Verhalten als
Normalität beigebracht
wird und auch um das Ansehen des Pfadfindertums an sich.
Daher begrüße
ich sehr euren Antrag zur Bundesversammlung. Ich wünsche diesem Antrag
viel Erfolg und hoffe natürlich, daß er seinen Beitrag dazu
leisten wird, die aktuellen Diskriminierungen innerhalb der BSA zu beenden.
Und ich wünsche auch
allen homosexuellen PfadfinderInnen in den deutschen Verbänden, daß
sie sich in einem offenen Klima ohne Angst vor Ausgrenzung outen können
und akzeptiert werden.
Noch eine Anmerkung: ,Scouting
for All' kämpft gegen die Diskriminierung von Homosexuellen (und Atheisten)
bei den Boy Scouts. Viele BSA-Stämme stehen auf ihrer Seite. Wenn
ihr euch weiter informieren oder sie unterstützen
wollt, besucht ihre Homepage
und unterzeichnet die Petition! (www.scoutingforall.org)
"You schould respect and defend the rights of all people" (Boy Scout Handbook 1998)
Herzlich Gut Pfad
Julia, VCP
Steven Spielberg, 55, Filmregisseur,
hat sich öffentlich von den Pfadfindern distanziert. Er gebe sein
Amt im Aufsichtsrat der "Boy Scouts of America" wegen der dort üblichen
"Diskriminierung" von Schwulen ab, sagte Spielberg in Los Angeles. Er sei
zutiefst enttäuscht, dass die Pfadfinder seit Jahren aktiv Homosexuelle
ausschlössen, sagte der zweifache Oscar-Preisträger. "Es ist
eine Schande", sagte er. "Ich dachte, die Pfadfinder treten für Gleichberechtigung
ein."
Süddeutsche Zeitung,
den 18. April 2001