Vorgang bei den Boy Scouts of America und Reaktionen darauf

Hallo!
Ich hab deinen Artikel gelesen und wollte meine Meinung zu deiner Frage abgeben.
Zwar kenne ich nicht viele Schwulen und Lesben persönlich (dazu muss man sagen, dass ich in einer sehr kleinen Stadt wohne und es dort auch nicht viele gibt, die sich dazu bekennen), aber trotzdem könnte ich mir gut vorstellen, dass z.B. ein Schwuler meine Pfadi-Gruppe leiten würde. Ich glaube, dass jemand der schwul ist, uns Mädchen in der Gruppe viel besser verstehen würde. Grad in der Pupertät gibt es ja viele Fragen und interessante Themen, die man nicht mit jedem besprechen kann. Ein Bekannter von mir ist schwul und mit dem kann man über so etwas total gut reden und er versteht mich auch als Frau. Allerdings könnte es auch ein paar Probleme geben, mit einem homosexuellen Gruppenleiter. Ich glaube nicht, dass alle Eltern der Grüpplinge aufgeschlossen genug sind, dass zu akzeptieren.
MfG
Clara

hi marco, hi schleheler,
als wir den bericht über den ausschluss eines schwulen, aus den boyscouts, gelesen haben, waren wir sehr geschockt: Erster gedanke war: "diese arschlöcher". wäre so etwas bei uns in der dpsg passiert wären wir ausgetreten, soviel steht fest.
für uns sind die werte der pfadfinder genau dann gefährdet, wenn so etwas geschieht. erstens homo oder heterosexualität ist kein kriterium, nachdem eine persönlichkeit beurteilt werden sollte und erst recht nicht die sexuellen praktiken (verg. abschnitt 5).
Mal ne andere frage: was hat eigentlich die sexualität, oder die sexuellen praktiken (wobei die bei heteros ja nicht immer anders sind als bei schwulen, und überhaupt: scheiss ausdruck!) mit unseren werten zu tun? für uns ist eigentlich der typische pfadi wert: TOLERANZ! der bei den tollen boyscouts durch diskriminierung ausgetauscht wurde. wir wussten ja schon lange das die amies ziemlich beschränkt sind, aber dass auch die amerikanischen pfadfinder so scheisse drauf sind wussten wir nicht. dies zeigt sich auch in den amerikanischen schwerpunkten, wie prinzipientreue, sauberkeit, reinheit, gottes gläubigkeit. Wir sagen nur: WAS FÜR EIN SCHEISS GELABER ! wir sind atheistINNEN (emanzen!), unser zelt ist immer ziemlich versieft und mit der heiligen jungfrau würden wir uns auch nicht vergleichen, und wir finden, dass wir trotz all diesen schandtaten, prima pfadfinderINNEN sind!!
ausserdem finden wir auch noch, dass ein gericht nicht über die werte, bzw die beeinflusung von werten der pfadfinder, "richten" kann.

Und nun, wenn wir schon mal dabei sind uns über intolerante menschen (das tuen wir übrigen öfters) aufzuregen, noch was:
diese allgemeine einstellung kotzt uns so dermassen an, wir lieben doch einen menschen und nicht ein geschlecht .wir finden es super, dass es die schlehe gibt.und das sie ihre mitmenschen zum nachdenken (und i-mehls schreiben) anregt. an dieser geschichte sieht man leider, das Pfadfinder nicht gleich pfadfinder ist, schade! wir finden es schrecklich, dass homosexualität, in unserer gesellschaft überhaupt derart zur diskussion steht und nicht als etwas natürliches (was es ja ist), und selbstverständliches betrachtet wird, komische welt, vielleicht klappt es ja im nächsten jahrtausend!
uns regt es immer tierisch auf, wenn dumme leute (auch in unserem alter) Wirze über Homosexuelle machen ,obwohl oder weil sie keine Ahnung haben ,niemand wirklich kennen der/die homo ist.Und immer dieser blöde Spruch: "ich hab ja kein Problem mit Schwulen solange sie mich nicht anmachen!" Wir machen ja auch nicht jeden Typ an!!! So eine Psydotoleranz. Überhaupt wird ja in den ganzen Medien / Werbung suggeriert, dass es nur Heteropartnerschaften gibt.Mit der Kirche wollen wir ja mal gar nicht anfangen .Wir denken aber auch ,dass wir uns durch unsere schwulen/lesbischen Freunde/innen schon intensiver mit alldem auseinandersetzen als wir es sonst tun würden.So werden wir oft richtig agrssiv wenn uns dummes Gelaber anhören müssen.Und fangen heftige Diskussionen an...
wir wünschen euch alles gute für eure weitere arbeit und hoffen das ihr nur positive zuschriften bekommt.
gut pfad ursel und susan


Hallo
Ich habe heute die Pfaz erhalten und den Bericht gelesen, und ich finde es unverschämt. Wieso soll ein Schwuler keine Gruppenstunden führen? Ich dachte immer man geht davon aus wie der Mensch sich in die Grupenstunde einbringt und wie er sie hält. Bekommen wir nicht gesagt das wir mit Behinderten arbeiten solle, und für Außländer offen sein sollen? Deswegen verstehe ich nicht, wieso er keine Gruppenstunden halten darf. Nur weil er Schwul ist, ich denke es kommt darauf an wie er die Arbeit ausführt, und was er in seiner privaten Zeit macht, sollte uns doch egal sein. Denn er ist ja auch nur ein Mensch.
Außerdem, waren die Leute doch zu frieden mit ihm bevor sie wußten das er schwul ist. Und das sie danach einen Menschen beurteilen ob er schwul ist oder nicht, das finde ich arm.
Ciao
Miriam


Hallo!
Ich habe in unserer Berliner Diözesanzeitung "Die Luke" den Artikel über den schwulen Scoutmaster gelesen, der nach seinem Coming Out erst von seiner Leiterrunde diskriminiert wurde und gegen den dann auch noch ein Urteil gesprochen wurde, dass die Entscheidung rechtsmäßig wäre. Ich finde das kann es ja wohl nicht sein! Wenn noch nicht mal in unseren Kreisen (sprich Pfadfinder weltweit) jeder das leben darf, was er fühlt, dann weiß ich nicht wo man es sonst sollte. Gerade dieses Gefühl überall auf der Welt auf Freunde zu treffen, vor denen man seine Gefühle nicht verstecken braucht, macht das Gefühl Pfadfinder zu sein doch erst aus. In unserer Diözese habe ich so etwas Gott sei Dank bisher nicht erlebt. Im Gegenteil hier stößt man eigentlich meistens auf verständnisvolle Leute. Ich wünsche Diesem Pfadfinder, dass er den Mut nicht verliert! Es gibt zum Glück schon genug Menschen auf dieser Welt, die die Menschen nicht nach ihrer Gesinnung trennen oder sie gar aus Gemeinschaften ausschließen, in denen sie "vorher" noch voll akzeptiert waren.
Mit einem Weihnachtlichen "Gut Pfad"
Katrin


Hallo!!!
Ich bin Mitglied eines Stammes der DPSG und war entsezt als ich den Artikel in der ratzfatz gelesen habe....
Was hat das denn mit der ursprünglichen Idee von Pfadfinderei zu tun? Ich habe mir dann mal die Homepage von BSA angeschaut. Da steht ja auch, daß Mitglieder aus jeder sozialen Schicht, aus jeder Religion etc. bei den BSA sind. Nur Schwule nicht???
Ich kann das nicht verstehen und glaube nicht, daß BP das gut gefunden hätte.
Leider gibt es auf dieser HP kein Forum oder ähnliches. SO konnte ich dort nicht meine Meinung Kund tun. Müßten wir denen nicht irgendwie mal mitteilen, was wir davon halten???
Sehr liberal , weltoffen und tolerant!!(hahahahaha)
Was machen wir ?
Viele Grüße
Ellen


Meiner Meinung nach sollte Toleranz einer der wichtigsten "Erziehungsziele" der Pfadfinder sein, und deshalb finde ich es eigentlich nur begrüßenswert, wenn die Kinder durch die Zusammenarbeit mit homosexuellen Leitern schon früh hautnah erfahren können, dass es verschiedene Lebensformen gibt. Zudem sagt
die sexuelle Gesinnung ja wohl nichts über die Kompetenz als Leiter aus.


Hallo ihr,
ich habe die Artikelfortsetzung über "James Dale" gelesen und möchte dazu Stellung nehmen:
Der ganze Vorfall zeigt mal wieder wie es in Amerika um die Rechte der Menschen bestellt ist. Nach außen hin sind die Amis die Verteidger von Freiheit und Gerechtigkeit. Doch guckt man einmal hinter die Kulissen, wird einem schlecht. So viel Engstirnigkeit und Borniertheit gibt es wohl sonst nirgendwo auf der Welt. Auf der einen Seite wird für Toleranz geworben und "alle Menschen sind gleich", und auf der anderen Seite wird gesagt "nur weil du als Mann mit Männern mehr anfangen kannst als mit Frauen, komm uns bloß nicht zu nahe. Du gefährdest unsere "Sauberkeit"". Was passiert denn als nächstes? Dürfen Behinderte nicht mehr mitmachen? Oder Aidskranke? Oder wie wäre es mit Schwarzen?
Was hat denn Schwulsein mit Prinzipientreue, Charakterbildung und "Sauberkeit" zu tun?
Meiner Meinung nach gar nichts!
Ob sich jemand als Leiter eignet hängt doch viel mehr davon ab, ob er / sie fähig ist, Verantwortung zu übernehmen und all die anderen "Tugenden" der DPSG erfüllt. Als erstes muss die Leiterrunde ihn / sie akzeptieren. Wahrscheinlich gibt es auch hier zu Lande noch genug Leute, die nicht damit klar kommen. Dabei ist das doch nun wirklich nicht so schwer. Ich denke, in den Kinderstufen ist das Leiten kein Problem. Beiden Pfadis und Rovern ist es vielleicht etwas anders. Die Jugendlichen sind selbst gerade in den Alter auf der Suche nach ihren Werten und ihrer Identität. Deshalb ist die Akzeptanz des Leiters / der Leiterin vielleicht ein nicht ganz einfacher Prozess. Doch es kann für die Jugendlichen auch eine Chance sein, an der sie Toleranz "üben" können. Wenn sich ein jugendliches Gruppenmitglied outet, kommt es sehr stark auf das Verhalten der Leiter an. Wenn diese daraus kein Problem machen, ist es für den Rest der Gruppe auch einfacher mit dier neuen Situation klar zu kommen. Vielleicht sollte man dieses Thema auch generell ansprechen. Denn es ist wohl besser erst gar keine Vorurteile aufkommen zu lassen oder sie in den Anfängen auszuräumen als später dagegen ankämpfen zu müssen. Niemand muss Schwul- bzw. Lesbischsein gut oder toll finden. Aber man kann doch akzetieren, dass nicht jeder die gleichen Vorlieben hat wie man selbst.
Ich persönliche habe zumindest mit der ganzen Sache kiene Probleme und finde, andere sollten daraus keine machen!
Bis dann Sandra.


Eine Stimme aus dem VCP

Was ist nur los in Amerika?

Pfadfinder und Leiter werden aus den Boy Scouts ausgeschlossen, lediglich weil sie sich als schwul outen oder angeblich schwul sind oder Kinder von Homosexuellen sind oder sich mit schwulen Pfadfindern solidarisieren.Pfadfinder dürfen viele öffentliche Einrichtungen nicht mehr nutzen, weil die Vorgaben ihrer Bundesleitung den örtlichen Anti-Diskriminierungs-Richtlinien widersprechen. Viele Personen des öffentlichen Lebens wenden sich von den Pfadfindern ab und wollen sich nicht mehr mit deren Idealen identifizieren. Im Namen des Pfadfindertums und unter Androhung des Ausschlusses wird zur Diskriminierung einer Minderheit aufgefordert.

Gerade für uns Pfadfinder sollte es doch ein großes Ziel sein, die Verschiedenartigkeit der Menschen zu erfahren und zu akzeptieren. Statt
dessen wird den Boy Scouts beigebracht, sich von anderen abzugrenzen, eine Minderheit pauschal als moralisch minderwertig anzusehen. Rechtlich ist es den BSA also erlaubt, Schwule generell auszuschließen, weil sie angeblich den hohen moralischen Werten nicht genügen. Ist das ein Freibrief, Minderheiten aus der großen und vielfältigen pfadfinderischen Gemeinschaft zu verbannen? Werden als nächstes vielleicht Farbige oder Behinderte ausgeschlossen, weil sie kein gutes Vorbild für die weißen, gesunden Jungs abgeben?

Das mag etwas überzogen klingen. Doch ich mache mir bei der aktuellen Entwicklung wirklich Sorgen. Um die Jugendlichen, denen das Pfadfindersein verweigert wird, um die Jugendlichen, denen diskriminierendes Verhalten als
Normalität beigebracht wird und auch um das Ansehen des Pfadfindertums an sich.

Daher begrüße ich sehr euren Antrag zur Bundesversammlung. Ich wünsche diesem Antrag viel Erfolg und hoffe natürlich, daß er seinen Beitrag dazu leisten wird, die aktuellen Diskriminierungen innerhalb der BSA zu beenden.
Und ich wünsche auch allen homosexuellen PfadfinderInnen in den deutschen Verbänden, daß sie sich in einem offenen Klima ohne Angst vor Ausgrenzung outen können und akzeptiert werden.

Noch eine Anmerkung: ,Scouting for All' kämpft gegen die Diskriminierung von Homosexuellen (und Atheisten) bei den Boy Scouts. Viele BSA-Stämme stehen auf ihrer Seite. Wenn ihr euch weiter informieren oder sie unterstützen
wollt, besucht ihre Homepage und unterzeichnet die Petition! (www.scoutingforall.org)

"You schould respect and defend the rights of all people" (Boy Scout Handbook 1998)

Herzlich Gut Pfad
Julia, VCP


Steven Spielberg, 55, Filmregisseur, hat sich öffentlich von den Pfadfindern distanziert. Er gebe sein Amt im Aufsichtsrat der "Boy Scouts of America" wegen der dort üblichen "Diskriminierung" von Schwulen ab, sagte Spielberg in Los Angeles. Er sei zutiefst enttäuscht, dass die Pfadfinder seit Jahren aktiv Homosexuelle ausschlössen, sagte der zweifache Oscar-Preisträger. "Es ist eine Schande", sagte er. "Ich dachte, die Pfadfinder treten für Gleichberechtigung ein."
Süddeutsche Zeitung, den 18. April 2001 

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